TZ Blomenburg in 2010 gesichert – BTG bewilligt 600.000 Euro

fhu

Das Wichtigste zuerst — der Fortbestand des TZ ist für 2010 finanziell gesichert, und das Volumen deutet darauf hin, dass nun mit vereinten Kräften der Weg aus dem Treibsand gesucht werden soll. Das wird ein Ergebnis der BTG-Gesellschafterversammlung vom 17.12. sein — es dürfte auch über das weitere Vorgehen hinsichtlich des Rückzahlungsbeschei­des gesprochen worden sein. Hier in Selent berät die Gemeindevertretung am 21.12. über diese Themen.

Die Bürgerinitiative “Öffnet und Rettet die Blomenburg” (BÖRB) kämpft anscheinend immer noch dafür, dass der historische Teil des TZ, die Blomen­burg, als eigenständiges Gebäude betrachtet und genutzt wird. Auf ihrer Website berichten sie über ein Gespräch mit Landrat Gebel (nach unten scrollen!), das sie am 15. 12. geführt haben, und in dem sie viele “übereinstimmende Haltungen” festgestellt hatten:

Die Gesprächspartner sind sich ebenfalls einig darüber, dass die Landesregierung im von Europa vorgegebenen Rahmen genügend Handlungsspielraum hat, um die Burg für eine vielfältige Nutzung zu öffnen. Das dient auch der Wirtschaftlichkeit der Burg [Hervorhebung durch den säzzer].


Über die genannten Handlungsspielräume der Landesregierung wurde die BÖRB einen Tag später aufgeklärt, als sie die gesammelten 974 Unterschriften der Staatssekretärin Andreßen im Wirtschaftsministerium übergaben:

KN-Artikel vom 17.12.09

KN-Artikel vom 17.12.09

“Gründliches Lesen dient der Aufklärung”, betonte die Staatssekretärin, die unmissverständliche Passagen [des Förderbescheides] zitierte. Diese beinhalteten, dass das Technologiezentrum als Gesamtkomplex ausschliesslich dazu diene, Existenzgründern Räumlichkeiten zu bieten, die nicht anderweitig genutzt werden sollen. Andreßen hielt fest: “Eine Nutzung der Blomenburg muss zum Förderbescheid passen” (KN vom 17.12.2009).

KN-Artikel vom 19.12.2009

KN-Artikel vom 19.12.2009

Unterdessen sind die Kritiker, NABU und OBS, nicht verstummt, hatten sie doch in unzähligen Kreistags- und Gemeindevertretungsitzungen der vergangenen zwei Jahre auf die Mißstände rund ums TZ aufmerksam gemacht und vor den Folgen gewarnt.

Am 17. 12. forderte die Offene Bürgerliste Selent (OBS) in einer Pressemitteilung politische Konsequenzen von Politikern aus Amt und Gemeinde, die ihrer Meinung nach auch durch das jahrelange Festhalten an der Fehlnutzung an den hohen Rückzahlungen mit Schuld seien.

Der NABU legte nun nach und fordert die Rücktritte vom Landrat, Herrn Gebel, und dem Geschäftsführer BTG, Herrn Hemens: “Wer dermaßen versagt hat, wird die notwendige Neuorganisation des Venture Parks nicht bewältigen können” (s. Ausriss KN vom 19. Dezember 2009).


6 Responses to “TZ Blomenburg in 2010 gesichert – BTG bewilligt 600.000 Euro”

  • Lars Berwald Says:

    Wenn die BTG 600.000 € bewilligt, heisst das erstmal nur, dass die BTG 60.000 € aus dem Selenter Gemeindesäckel haben will. Das Säckel ist aber leer. Nicht nur 2010 ist das zu bezahlen, sondern jedes Jahr bis 2031. Das kann ich beim besten Willen nicht positiv sehen.

    Im Übrigen möge man sich auch mal das Verhältnis von Arbeitsplätzen, momentan >20 und der Summe ansehen. Also über 30.000 € Subvention je Arbeitsplatz pro Jahr.

    Schließlich ist die Zukunft des TZ unsicherer den je. Einfache Rechnung:

    -Betriebskosten TZ jährlich 600.000.
    -Rückzahlung Fördermittel 6,6 Millionen per Kredit zu 5 % Zinsen und 1% Tilgung pro Jahr
    ergibt 6,6 x 0,06= 396.000

    Also Fördermittel zurückzahlen, TZ abschließen, Schlüssel wegwerfen, spart jedes Jahr 204.000 €.
    Man kann dann aber die Gebäude nutzen wie man möchte. Sogar Peter Wiegner könnte dann wunschgemäß Geschäftsführer von Disneyland Blomenburg werden. Die Politik wirds bald merken.

    Zu allerletzt:
    600.000 werden am Ende gerne mal 700.000.
    Obwohls heissen wird, nur 14,3% Kostenüberschreitung, das ist in der heutigen Zeit doch ein tolles Ergebnis.

    (Vorsicht: Hier ist Ironie enthalten. Ich möchte also nicht das TZ abschliessen und die Schlüssel wegwerfen.)

  • fhu Says:

    Dass weder Kreis denn Gemeinde über den laufenden Betrieb des TZ mit jeweils T€600 per annum finanzieren können, ist mir ebenfalls klar. Es stellt sich jetzt die Frage, ob das TZ nachhaltig bewirtschaftet werden kann, so dass die Betriebskosten dann bei hoher Belegung wenigstens teilweise aufgefangen werden. So würde es Sinn machen. Falls dies jedoch nicht eintreffen sollte — dann wirklich gute Nacht, dann könnte die 100%ige Fördermittelrückzahlung unter Umständen der sinnvollere Weg sein. Wobei, dann hat Selent immer noch eine weitere Investitionsruine auf der Gemarkung stehen…

  • fhu Says:

    Ach, nochwas, Lars. Es müssten bei kompletter Rückzahlung bestimmt deutlich mehr als 6,6 Mio € aufgebracht werden, denn hier würden dann ebenfalls Zinsen auf die Summe für die letzten drei Jahre dazu kommen. Und damit sinkt die Differenz…

  • Silke Berner Says:

    Hallo Frank, kannst Du mir die Kontaktdaten des Ansprechpartners geben, der nun für das TZ verantwortlich ist. Ich habe eine Freundin, die sich über das TZ große Gedanken gemacht hat und sehr gute Ideen zu Printmedien hat. Ich hab da gestern mal drübergeschaut. Ist echt klasse geworden. Nicht so eingestaubt wie zuvor. Grüße Silke

  • fhu Says:

    Mhm, Silke, kann Dir da aktuell noch nicht weiter helfen, weil ich nicht weiss, wer später die Geschäfte übernehmen wird. Da müsstest Du Dich an Herrn Hemens, GF der Trägergesellschaft wenden (schau mal unter GTZ Raisdorf nach).

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