Journalisten sind keine Blogger oder, ähmm, wars andersrum?

fhu

Lanu postulierte August 2007:

Es ist an der Zeit, eines klar und deutlich zu sagen: Journalisten sind keine Blogger!
Sie werden es nie sein. Sie dürfen sich bemühen, können die Charts stürmen, einen guten Ruf haben, was auch immer. Sie sind keine Blogger. Manche schaffen es, halbe Blogger zu werden. Doch die meisten bleiben das, was sie sind: Journalisten.

Das war zu Zeiten, als zum ersten Mal in Deutschland der Journi/Blogger-Krieg tobte – die ersteren hatten keine Ahnung von Blogs (heute scheint es ein klein bisschen besser sein, oder?), und die zweiteren postulierten das Ende vom Print, vulgo das Holzsterben genannt.

Nun dreht Lanu es um: Blogger an die Journalistenfront – sie rief vor ein paar Wochen dazu auf, dass Interessierte am Blogjournalismus sich bei ihr/ihm melden könnten, die ersten alpha-Previews zeigt sie auf ihrer Website.

Blogjournalisten

Blogjournalisten


Man schaun, ob Journis Journis bleiben …


6 Responses to “Journalisten sind keine Blogger oder, ähmm, wars andersrum?”

  • Ruediger Says:

    Ähm… und???? Wo ist das Problem, wo die Revolution? Außer der PR-Selbstbeweihräucherung der Dame natürlich *g* Es gibt einige Blogger, die schon lange in unterschiedlicher Form journalistisch tätig sind, ohne gleich den Sieg über das Pressetum zu propagieren. Ich selbst mache seit einiger Zeit weite Teile von dem, was eigentlich Aufgabe eines ordentlichen Gerichtsreportageressorts einer Lokalzeitung sein müßte.
    Kriege ich nun den Pulitzerpreis??? ;-)

  • fhu Says:

    Hm, ich hab mich immer ueber Lunaanus extreme Haltung in diesem Punkt gewundert und finde es jetzt — gelinde gesagt — merkwuerdig, dass sie eine “Rueckkreuzung” anstrebt: Blogger in Journalisten zu verwandeln (obwohl – ich haette manchmal auch gerne einen Presseausweis…). Meines Erachtens ist die ganze Diskussion wuppe, jede/r haelt es so, wie es ihm/ihr am besten zusagt.

    Vor Ort ist der Print noch langelange nicht tot, soviele Lokalblogger wirds auf absehbare Zeit nicht geben. Ich merks am eigenen Leib — ich versuch seit langem, das Berichteschreiben rund um den Wirtschaftsverein Selenter See abzugeben (http://wvss.selenter-see.de) — ohne Erfolg. Alle warten drauf, was Neues zu lesen, aber selbst aktiv werden – Nein Danke.

  • Ruediger Says:

    Also ich halte das Dogma vom Blogger/Journalisten-Konflikt auch für übertrieben… Auch wenn ich (quasi-)journalistisch tätig bin, sehe ich mich nicht so sehr als Journalist. Aber was sagt man Otto-Normal-Bürger, wenn er einen anspricht, für welche Zeitung man denn schreibt? Mit dem Word “Blogger” wissen noch immer nicht viele etwas anzufangen.

    “Vor Ort ist der Print noch lange nicht tot” Naja, aber sonderlich lebendig ist er teilweise auch nicht. Mit begrenzter personeller Austattung kann selbst eine größere Lokalzeitung eben nicht alles abdecken, egal wieviele minderbezahlte Kräfte man beschäftigt. Und der Kostendruck zwingt nunmal dazu, auch weiter am Personal zu sparen.

  • fhu Says:

    “Für welche Zeitung schreiben Sie” – diese Frage haben mir ein paar Mal Journalisten gestellt, wenn ich die eine oder andere Einladung zu einer Pressekonferenz bekommen habe. Die Antwort fällt mir meistens schwer, denn wenn ich auch in Selent zu den wichtigen Multiplikatoren gehöre, klingt dann die Antwort “private Website” doch ein bißchen seltsam…
    Meine Selenter Mitbürger gehen — sehr zu meinem Mißfallen — davon aus, dass ich über alles, was bei uns passiert, einen Bericht per Blog abgebe, reagieren sogar ungehalten, wenn nichts erscheint.

    Lokalnachrichten: Stimmt, im Print wird auf Teufel komm raus gespart, was der Qualität bzw. auch dem Umfang der Lokalberichterstattung nicht gut tut. Anfang diesen Jahres habe ich mich wegen letzterem mit den KN angelegt, und siehe da, unser Raum wird nun wieder sehr gut abgedeckt.
    (…)

  • fhu Says:

    (… Eingabefeld zu klein *grrrrrr*) Ich halte persönlich wenig von der Hatz zwischen Journalisten und Bloggern — hier vor Ort ergänzen wir uns gut: Ich kann in meinem Blog dank guter Ortskenntnis vertiefende Detaiks liefern, und auf der anderen Seite bieten gut recherchierte Artikel in den KN (wie z.Zt. rund um die Blomenburg) Informationen, die ich nie erhalten würde, mangels Presseausweis oder gar Reputation. Mag sein, dass dies nur für einen Einzelkämpfer wie mich zutrifft.

  • Ruediger Says:

    Also ich denke schon, das man mit Begriffen wie Onlinedienst, Onlinemedium oder Onlinemagazin gut dabei wäre, ohne aufzuschneiden. Bezüglich der Erwartungshaltung habe ich von vornherein klargestellt, dass ich eher weniger tagesaktuell arbeiten kann. Solange ich nicht adaequat für das was ich tue bezahlt werde, kann keiner erwarten, was ich nicht erfüllen kann. Ich leiste mir das auch deswegen, weil ich dafür mehr in-depth arbeite. Ich will ja gar keine Konkurrenz für Zeitung etc. sein – sondern ein Plus mit Mehrwert.

Leave a Reply